Geschichte des Leistenbruchs:

Leistenbrüche finden bereits seit über 3000 Jahren Erwähnung in der medizinischen Literatur (erste Erwähnung in einem Papyrus 1555 v. Chr.). Über die Jahrtausende hinweg fehltenjedoch jegliches Verständnis zur Erkrankung und somit sinnvolle Behandlungsansätze (erste anatomisch korrekte Beschreibung 1724 durch Heister). So waren sogar viele Behandlungsmethoden absurd (Aderlässe, Kopfstand, Tabakeinläufe) oder gar lebensgefährlich. So waren im Mittelalter sog. Bruchschneider in Deutschland unterwegs, die tatsächlich über eine Spaltung des inneren Leistenrings ein Zurückgleiten des Bruchs erreichten, jedoch kam es aufgrund mangelnder anatomischer Kenntnisse und schlechter hygienischer Verhältnisse zu sehr hohen Komplikationsraten.

Erst mit den bahnbrechenden Arbeiten von Eduardo Bassini, die er 1890 an der Universität zu Padua in Italien veröffentlichte, wurden operative Verfahren etabliert und seither vielfach abgewandelt und verbessert.

Eduardo Bassini 1844-1924

Nahezu 100 Jahre blieb das Operationsverfahren nach Bassini, welches über eine spezielle Nahttechnik versuchte die Leistenkanalhinterwand zu stabilisieren, das operative Verfahren der Wahl. Erst in den späten 1980er Jahren wurde dieses durch das Verfahren nach Shouldice, nach dem kanadischen Chirurgen Edward Earle Shouldice, abgelöst. Hierbei verbleibt jedoch das Prinzip die Leistenkanalhinterwand zu stabilisieren. Dies wurde jedoch durch eine modifizierten Nahttechnik erreicht, welche eine besser Stabilität zeigte. Noch heute findet diese Methode bei jungen Patienten und kleinen Brüchen Anwendung.

Edward Earle Shouldice 1890-1965

Heute ist die Methode nach Lichtenstein, nach dem gleichnamigen amerikanischen Chirurgen Irving L. Lichtenstein, weit etabliert. Bei dieser werden teil resorbierbare, teils nicht resorbierbare Kunststoffnetze implantiert, welche die Leistenhinterwand stabilisieren.

Irving L. Lichtenstein 1920-2000

Auch sogenannte "Minimalinvasive" Verfahren, wie TEP und TAPP, wurden bei der operativen Versorgung des Leistenbruches durchgeführt. Hierbei jedoch mit teilweise nicht unerheblichen Problemen, was dazu führte, dass viele Operateure davon wieder abraten. Trotzdem besteht bei ganz besonderen Indikationen weiterhin ein Sinn für diese Verfahren.

 

Derzeit etabliert sich ein neues Verfahren der dreidimensionalen Stabilisierung der Leistenhinterwand. Es stellt eine Weiterentwicklung des Lichtensteinverfahrens dar. Hierbei zeigen sich weitere Verbesserungen in den Rezidivraten und im Patientenkomfort. 

Für mich ist es sehr spannend ganz nah an den neuen Entwicklungen dran zu sein und meinen Patienten hier die modernsten und besten Operationsmethoden bieten zu können.

Steffen Giesse, Chirurg

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